Entdeckungen

Wanderungen sind immer auch kleine Bildungsreisen. Denn rechts und links am Wegesrand - und manchmal auch direkt auf dem Weg - gibt es  immer etwas zu entdecken. Über das, was mir besonders aufgefallen ist, erfährst Du auf dieser Seite.

Die alte Mitte

50° 32' 13'' N / 9° 21' 37'' O 0

Bis zum 3. Oktober 1990 befand sich die Mitte der alten Bundesrepublik an einer Linde nahe dem Dorf Altenschlirf im Vogelsbergkreis in Hessen. Noch heute erinnert ein Schild an dem Baum neben einer Sitzgruppe an diesen Umstand. Außerdem gibt es eine Gedenkplatte aus Metall an einem Stein. Herausgefunden hat diese Besonderheit im Jahr 1978 das WDR-Kinderfernsehen. Heute führt der abwechselungsreiche Andreasweg, der in Altenschlirf startet, an diesem Punkt vorbei.

Alsfelder Elle

50° 45' 35'' N / 9° 16' 16'' O 

Die Elle ist ein historisches Maß - und sie war nicht einheitlich. Im Heiligen Römischen Reich hatten viel Städte und Regionen ihre eigenen Ellen als Maßeinheiten. Die Alsfelder Elle ist 66 Zentimeter lang. Zur Eichung wurde die Ur-Elle der Stadt 1536 am Rathaus angebracht. Da ist sie heute noch zu sehen. Die Elle verwendeten vor allem die Schneider. Der Begriff "ellenlang" ist in das Alltagsdeutsch übergegangen.

Alsfeld ist als Modellstadt auch selbst ein Maß für urbane Vollkommenheit auf dem Kontinent. Mit 51 weiteren Städten aus 17 Ländern wurde sie 1975 vom Europarat zur n Modellstadt erklärt. Sie ist es ein vielbesuchtes Kleinod aus Fachwerk. 400 Fachwerkhäuser aus sieben Jahrhunderten stehen noch. So sah typischerweise eine mitteleuropäische Stadt im Übergang von der Gotik zu Renaissance aus.

Autobahn des 18. Jahrhunderts

50° 18' 45'' N / 9° 272' 36'' O 

Das Städtchen Steinau im hessischen Spessart trägt den Zusatz "an der Straße". Gemeint ist der historische Handelsweg von Frankfurt nach Leipzig, im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation die wichtigste Ost-West-Verbindung. Sie war Teil der Via Regia, die vom Atlantik bis nach Kiew führte - die älteste und längste durchgehende Landstraße Europas. In moderner Form lebt sie als Europäischer Verkehrskorridor C III fort. Zur Postkutschenzeit war Steinau eine wichtige Relaistation zum Pferdewechseln und zum Übernachten. Ein ausgegrabenes Stück der damaligen "Straße" ist am Museum Steinau zu sehen - sozusagen die Autobahn des 18. Jahrhunderts.

Teufelsmauer

51° 54' 47'' N / 11° 94' 62'' O 

Die Teufelsmauer am nördlichen Harzrand im Landkreis Harz das man in dieser Form selten sieht. Die 20 Kilometer lange und bis zu 20 Meter hohe Wand besteht aus Sandstein, der sich in der oberen Kreide gebildet hat. Durch eingedrungene Kieselsäure wurde er extrem hart. Tektonische Verschiebungen führten dazu, dass die Schicht senkrecht stehend aufgerichtet wurde - und dann in Jahrmillionen verwitterte und erodierte. Von der einen Seite drückten während der Eiszeiten Gletscher gegen die Mauer und brachten sie teilweise zum Einsturz. Von der anderen Seite suchten sich die Bäche aus dem Harz ihren Weg durch Schwachstellen im Gestein. Heute ist die Teufelsmauer ein bizarres und höchst interessantes Wanderziel. Auch Goethe war dort. Am 10. September 1784 nahm er geologische Untersuchungen an der Mauer vor. Ein Gedenkstein an der Felsformation in der Nähe der Gemeinde Thale erinnert an den Besuch des Universalgenies.

Schiffshebewerke Niederfinow

52° 51' 02'' N / 13° 56' 32'' O 

Es sind ingenieurstechnische Meisterleistungen ihrer Zeit: die beiden Schiffshebewerke in Niederfinow nordöstlich von Berlin. Seit 1934 hebt die alte Anlage am Oder-Havel-Kanal Schiffe in einem Trog 36 Meter hoch - vom Oderbruch auf die Hochebene des Barnim. 4300 Tonnen wiegt der Trog mitsamt Schiff.
2022 wurde ein neues und leistungsstärkeres Schiffshebewerk eingeweiht. Die Last des Trogs beträgt hier knapp 10.000 Tonnen. Die Schiffe fahren in den Trog, dieser wird verschlossen, und dann geht es wie in einer gigantischen Badewanne auf oder ab. Gegengewichte aus mit Beton ummanteltem Granit sorgen dafür, dass die Last ausgeglichen wird. Beide Anlagen lassen einen staunen. In Deutschland gibt es nichts Vergleichbares. Das alte Schiffshebewerk kann ohne Führung besichtigt werden. Auf der neuen Anlage finden laufend Führungen statt, die etwa 45 bis 60 Minuten dauern. Ein Info-Zentrum führt in die Geschichte des Kanals und die Möglichkeiten ein, den erheblichen Höhenunterschied zu überwinden.

Mondgestein im Nördlinger Ries

48° 51' 08'' N / 10° 29' 05'' O 

Vor 14,5 Millionen Jahren schlug in Süddeutschland ein etwa ein Kilometer großer Asteroid ein. Es entstand ein gewaltiger Impakt-Krater - der größte Europas. Im Nördlinger Ries zwischen der Schwäbischen und der Fränkischen Alb ist der Einschlag noch heute deutlich in der Landschaft zu erkennen. Es ist heute der am besten erforschte große Meteoritenkrater der Welt. Viele davon gibt es auf der Erde ohnehin nicht, da durch die dichte Atmosphäre und Erosion die meisten Meteoritenkrater bald wieder verschwinden. 1970 waren Astronauten des Apollo-Programms unter Leitung von Alan B. Shepard im Nördlinger Ries und wurden an Impaktgesteinen geschult, die sie nach der Landung von Apollo 14 am Krater Fra Mauro auf dem Mond im folgenden Jahr wiedererkennen sollten. Als Dank für Unterstützung überließ die NASA dem Rieskrater-Museum in Nördlingen ein Stück Mondgestein, das die Besatzung von Apollo 16 zur Erde gebracht hat.

Preußischer Meilenstein in Linum

52° 45' 27'' N / 12° 52' 57'' O 

Steinerne Entfernungsanzeiger entlang von Straßen gibt es schon seit mehr als 2000 Jahren. Das römische Straßennetz in der Antike ist ohne sie nicht zu denken. Auch das britische Empire kam ohne sie nicht aus. In Deutschland wurden sie vor allem im 18. und 19. Jahrhundert aufgestellt. Es handelte sich zunächst um Postmeilensteine, die der Post zur Berechnung des Portos dienten.

Ein solcher preußischer Postmeilenstein um 1803/04 steht heute wieder in der Gemeinde Linum im Kreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg. Er wurde seinerzeit auf Anweisung des preußischen Generalkpostamtes an der Poststraße Berlin Hamburg installiert und markierte eine Entfernung von 6 Meilen nach Berlin. Eine preußische Meile entspricht 7.532,48 Meter. Seine Rekonstruktion erfolgte 2013, nachdem man das mittlere Teil in den 1970er-Jahren in der alten Schmiede in Linum gefunden hatte. 



Der längste Wanderweg der Welt


Der längste Wanderweg der Welt führt über 22.387 Kilometer von Kapstadt in Südafrika nach Magadan im Fernen Osten Russlands. Es ist die längste Landverbindung auf der Erde, die man durchgängig gehen kann, ohne eine Fähre benutzen zu müssen. Auf der gesamten Wegstrecke werden Flüsse und Kanäle mittels Brücken überwunden. Eine Wanderung auf dieser Route würde 561 Tage dauern, gesetzt den Fall, Du marschierst jeden Tag acht Stunden. Unterwegs kommst Du durch 17 Länder, sechs Zeitzonen und alle Klimazonen und Jahreszeiten.



Schwirzheim: Typische Dorfstruktur

50° 13' 54'' N / 06° 31' 37'' O

Schwirzheim im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz ist ein mitteleuropäisches Dorf mit einer typischen Struktur der Bewirtschaftung, wie sie sich seit dem Ende der Antike hierzulande herausgebildet hat.

Die Bewirtschaftung geht in einem solchen typischen Haufendorf von innen nach außen mit abnehmender Intensität. In der Siedlung selbst findet sich - nahe bei den Häusern - Gärten. Sie erfordern den höchsten Pflegeaufwand, viel Zeit und Mühe. In einem Ring um das Dorf gibt es Ackerflächen und Viehweiden. Und ganz außen liegt der Wald - er wird extensiv bewirtschaftet.


Europäisches Wanderwegekreuz

51° 52' 03'' N / 08° 54' 55'' O

Mitten im Teutoburger Wald treffen sich bei Horn-Bad Meinberg die ersten Fernwanderwege Europas: der Europäische Wanderweg E1 und der Europäische Radwanderweg R1. Von diesem Kreuzungspunkt aus kann man über den E1 bis zum nördlichsten Punkt des europäischen Festlands wandern, dem Nordkap. Oder in der anderen Richtung bis nach Salerno in Süditalien. Der E1 verläuft über eine Gesamtstrecke von rund 7000 Kilometern von Nord nach Süd. Allein in Deutschland beträgt seine Länge 1900 Kilometer. Er verbindet sieben Länder: Norwegen, Finnland, Schweden, Dänemark, Deutschland, die Schweiz und Italien. Geplant ist, ihn bis nach Sizilien weiterzuführen.

Über den R1 gelangst Du von West nach Ost: von Boulogne-sur-Mer in Frankreich bis nach Sankt Petersburg im Osten. Diese Strecke beträgt etwa 4500 Kilometer. Die beteiligten Länder sind Frankreich, Belgien, die Niederlande, Deutschland, Polen, Litauen, Lettland und Russland. Der deutsche Anteil beläuft sich hier auf 970 Kilometer.
Das Wegekreuz wurde 2016 nach kontroverser Diskussion in den lokalen und regionalen Gremien aufgestellt. Gegner befürchteten, das Kreuz könnte zu negative Konnotationen zu den benachbarten Externsteinenführen, die von den Nationalsozialisten propagandistisch als vermeintlich germanische Kultstätte missbraucht worden sind.

Deutschlands dominantester Berg

51° 47' 58'' N / 10° 36' 58'' O 


Der Brocken ist mit 1141 Höhe NHN nicht nur der höchste Gipfel im Harz, sondern auch der dominanteste Berg  Deutschlands.

Doch was bedeutet Dominanz in diesem Fall? In der Geographie bezeichnet Dominanz die Entfernung eines Berges zum nächstgelegenen Punkt mindestens gleicher Höhe und wird in Kilometern angegeben. Je weiter weg ein Gipfel von einem Berg mit gleicher Höhe oder höher ist, desto dominanter ist er.

Vom Brocken aus ist der Fichtelberg im Erzgebirge der Bezugspunkt. Der Fichtelberg ist 1214 Meter NHN hoch und 223 Kilometer vom Brocken entfernt. Damit weist kein anderer Berg in Deutschland eine solche Dominanz wie der Brocken auf. Er beherrscht Nord- und Ostddeutschland.

Der zweitdominanteste Berg in Deutschland ist übrigens der Große Arber (1455 Meter NHN) im Bayerischen Wald. Er findet seinen "Meister", der noch höher ist, im Hochleckenkogel (1691 Meter NHN) in Oberösterreich: Dieser ist 146 Kilometer vom Großen Arber entfernt. Die Dominanz des Großen Arber beträgt demnach also 146 Kilometer.



Der Domstein zu Trier

49° 45' 22'' N / 06° 38' 34'' O


Am Dom zu Trier, der ältesten Bischofskirche Deutschlands liegt am rechten Eingang ein merkwürdiges Gebilde. Es ist ein grauer Diorit-Block, in zwei Teile zerbrochen. An einigen Stellen ist er ziemlich ramponiert, an anderen blankgeputzt von tausenden von Kinderpopos, die hier seit Jahrhunderten den glatten Stein  heruntergerutscht sind. Das soll nämlich Glück bringen.

Der Legende nach soll der Teufel ihn wütend vor die Baustelle des Doms geschleudert haben, als er feststellte, dass das Gebäude nicht, wie ihm die Bauarbeiter gesagt hatten, ein Wirtshaus werden sollte, in dem es Ausschweifungen, Glücksspiel und reichlich Alkohol geben würde - sondern eine Kirche.

In Wahrheit steckt hinter der Geschichte des Domsteins eine technische Meisterleistung - ganz und gar von Menschenhand.


Der Stein war einst Teil einer Säule, die mit anderen das Dach des antiken Doms trug. Bei der ersten Zerstörung des Doms im 4. Jahrhundert fielen die Säulen um und zerbarsten. Der Domstein blieb liegen - und das seit 1600 Jahren nun schon.

Das 65 (!) Tonnen schwere Objekt stammt aus dem Odenwald. Die Römer schlugen ihn aus dem Felsenmeer, einem eigenartigen Aufschuss von Diorit, der in einer scheinbar zu Stein erstarrten Lawine den dortigen Felsberg hinunter ergießt (Foto unten). Noch heute stehen dort Hunderte nicht fertig bearbeiteter Gesteinsbrocken herum, die die Römer liegen ließen, weil sie ihnen nicht gelungen erschienen. Es scheint wie ein Wunder, wie es die Römer vor 1600 Jahren geschafft haben, einen 65 Tonnen schwere Brocken wie den Domstein über 350 Flusskilometer vom Odenwald nach Trier zu transportieren und dort aufzurichten.



Stiftung Naturschutzgeschichte

50° 40' 15'' N / 07° 12' 15'' O

1920 wurde in Deutschland die Kategorie "Naturschutzgebiet" eingeführt. Die ersten Naturschutzgebiete waren das Neandertal bei Düsseldorf und die Lüneburger Heide. Noch im selben Jahr bekam das Siebengebirge bei Bonn als dritter Naturraum diesen Schutzstatus und ist damit eines der ältesten Naturschutzgebiete Deutschlands. Es ist eine der Keimzellen des Naturschutzes hierzulande. Das Siebengebirge ist heute eines der attraktivsten Wanderreviere hierzulande. Zahlreiche Wege führen auf die Gipfel des Mittelgebirges - auf den Drachenfels auch eine Zahnradbahn.

Unterhalb der Ruine Drachenfels auf dem sagenumwobenen und vielbesuchten Wanderberg hat im Schloss Drachenburg die Stiftung Naturschutzgeschichte ihren Sitz. Ihre Aufgabe ist die Erforschung der Geschichte der sozialen Bewegung Naturschutz und ihre lebendige Dokumentation.

Dazu unterhält sie ein umfangreiches Archiv mit Dokumenten zur Naturschutzgeschichte: Nachlässe von Naturschützern, Akten, Briefe, Dias, Fotos, Tonbandaufzeichnungen, Broschüren, Statistiken.

Ein Überblick über die Naturschutzgeschichte in Deutschland bietet ein  Museum. Anhand von Exponaten und interaktiven Elementen werden die Besucher in das Thema eingeführt und entdecken die Beiträge, die der Naturschutz zur Erhaltung unserer Umwelt geleistet hat. Erste Schutzmaßnahmen zur Rettung der Burgruine Drachfels gab es übrigens schon 1836. Der Drachenfels besteht aus vulkanischem Trachyt - ein begehrter Stein, der zum Bau des Kölner Doms verwendet wurde. Die Trachyt-Steinbrüche waren der Burgruine so nahe gerückt, dass diese akut gefährdet war.
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Aus NN wird NHN


Seit 1879 wird in die Deutschland die Höhe eines geographischen Punkt in Metern NN angegeben. NN bedeutet Normalnull, was das durchschnittliche Meeresspiegelniveau bezeichnet. Der Bezugsrahmen in Ost- und Westdeutschland war jedoch  unterschiedlich - in der alten Bundesrepublik bezog sich NN auf den Amsterdamer Pegel, in der DDR auf den Kronstädter Pegel. Die Differenz lag bei bis zu 12 Zentimetern.

Seit 2017 gibt es nun einen neuen amtlichen Bezugsrahmen, das Normalhöhennull (NHN), das sich auf das Geoid bezieht, also die Form der Erde. Diese ist jedoch keine perfekte Kugel, sondern ähnelt eher einer Kartoffel. Deshalb wurde ein Ideal-Geoid als Referenz definiert, das so genannte Quasigeoid. Dem neuen Höhensystem liegt eine Neuvermessung der Bundesrepublik zugrunde, außerdem wurde das Schwerefeld der Erde berücksichtigt, was im alten NN-System nicht der Fall war. NN und NHN können identisch sein, müssen es aber nicht. Der Unterschied ist nicht linear und kann bis zu minus 4 und plus 4 Zentimetern betragen. Noch zeigen allerdings die braunen Schilder an vielen Überlandstraßen in Deutschland die Höhe im NN-System an (Bild oben).



Der Landschaftstherapeutische Park Bad Bertrich

50° 04' 19'' N / 07° 02' 23'' O

Bad Bertrich in einem Seitental der Mosel gelegen, weist zwei Besonderheiten auf: Zum einen entspringt hier die einzige Glaubersalzquelle Deutschlands - 32 Grad heißes und 24.800 Jahre altes Heilwasser aus einer Tiefe von 2,3 Kilometern. Zum anderen gibt es seit Mai 2012 in dem Kurort den ersten Landschaftstherapeutischen Park Europas. Doch was ist eigentlich Landschaftstherapie?

Der Begriff wurde 1992 von dem amerikanischen Medizin-Geographen Wilbert Gesler geprägt. Dem Konzept der Landschaftstherapie liegt die These zugrunde, dass Landschaften eine Bedeutung für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen haben. Als therapeutisch werden solche Landschaften verstanden, die mit physischer, mentaler oder spiritueller Heilung assoziiert werden. 

Rund um den Umlaufberg des Ueßbachs, auf dem die evangelische Kirche steht, wurde bis ins 20. Jahrhundert Landwirtschaft betrieben (Bild rechts). Dieses "Römerkessel" genannte Flurstück entwickelte die Badeverwaltung später zu einem klassischen Kurpark. Heute befindet sich dort der Landschaftstherapeutische Park.

Der Park setzt sich aus sieben Szenegärten zusammen, die unterschiedliche Bedürfnisse in uns ansprechen. Jeder Garten hat ein eigenes Thema, das sich mit verschiedenen Lebensweisen und -situationen in Verbindung bringen lässt. Alle Gärten zusammen bilden ein Ganzes, das sich harmonisch in die umgebende Natur aus den schroffen Bergen und Felsen am Rande, den Wiesen des Talkessels und dem sanften Römerberg mit der Kirche einfügt. 

Zum Landschaftstherapeutischen Park Bad Bertrich



Die Gier-Fähre von Werben

52° 50' 12'' N / 12° 02' 26'' O

Zwischen Havelberg und Werben an der mittleren Elbe in Sachsen-Anhalt gibt es eine der letzten Gier-Fähren Deutschlands. Eine Fahrt mit einer solchen Fähre ist immer ein Erlebnis. Sie ist ein höchst umweltfreundliches Verkehrsmittel, das nach einem verblüffenden Prinzip arbeitet:
Eine Gier-Fähre hat keinen Motor, sondern wird allein von der Flusströmung angetrieben. Das funktioniert so, dass die Fähre an einem viele hundert Meter langen Seil hängt, das stromaufwärts in der Mitte des Flusses verankert ist

und über mehrere Flöße geführt wird. Wie an einem horizontalen Pendel schwingt die Fähre von einem Ufer zum anderen: sanft und still und schön. Nur das Plätschern des Wassers ist zu hören. Der Kapitän muss lediglich den Anstellwinkel des Schiffes an die Strömung je nach Fahrtrichtung ausrichten. Dazu dienen ihm zwei diagonale Seile, die zum ersten der Flöße führen.
Erfunden wurde dieses Prinzip 1657 von dem Niederländer  Hendrick Heuck aus Nijmegen.
Zur Gier-Fähre von Werben

Deutschlands Kältepol

47° 29' 37'' N / 12° 56' 21'' O

Der Funtensee ist einer der extremsten Orte Deutschlands. Dort wurden die tiefsten Temperaturen hierzulande gemessen. Am 24. Dezember 2001 registrierte der Deutsche Wetterdienst eine Temperatur von -44 Grad Celsius. 

Der Funtensee liegt am äußersten Südrand der Bundesrepublik, im Steinernen Meer zwischen dem Nationalpark Berchtesgaden und Österreich., auf einer Höhe von 1601 Meter NHN. Es handelt sich um einen Karstsee, der in einem tiefen Kessel zwischen den umgebenden Hochgebirgswänden liegt. Die Strahlen  


der tiefstehenden Wintersonne erreichen den Grund dieses Kessels nicht. In klaren Nächten strahlt die Restwärme ab. Es bildet sich über der Eisfläche  und an den Ufern ein Kaltluftsee, der zu den extremen Temperaturen führt.

150 Meter nordwestlich des Sees und 29 Meter höher liegt das Kärlingerhaus (linkes Bild) , eine im Sommer bewirtschaftete Alpenvereinshütte und eines der beliebtesten Wanderziele im Berchtesgadener Land.
Zum Funtensee